Donnerstag, 20. April 2017

Straßenstinker


MC28
Mir geistert der Gedanke an einen Zweitakter für die Straße schon länger im Kopf herum. Klar, ich hatte meine 300er TM, nur meine ich eher ein richtiges Motorrad und keine umgeferkelte Enduro (die für die Stadt definitiv unschlagbar wäre...oder eben als Flat Tracker mit kurzem Fahrwerk und 19" Rädern), nur gibt es allmählich kaum noch Fahrzeuge auf dem Markt.







Suzi RGV250 / Aprilia RS 250? Billigscheiß, je mehr man recherchiert, desto mehr schüttel ich mit dem Kopf. Der Zweitaktorbit sagt "Auslasssteuerung scheiße, Getriebe scheiße, genereller Aufbau Marke Einwegmotor". Zudem ist die RGV chassisseitig auch nicht wirklich doll aufgestellt, zwar einfach zu updaten mit Teilen aus den Viertaktern der Generation aber nein, kein Interesse.... Außerdem kosteten die Teile vor ein paar Jahren knapp 3000€, jetzt fängt der Großteil bei fünf Scheinen an.

MC21
Was gibt es noch? NSR 250 MC21 bzw. MC28; noch seltener, kaum Infos zu finden und spricht mich nicht an.



Dann gäbe es noch eine neuere RGV 250, Modellcode VJ23; komplett neuer Motor, Chassis, halt ein komplett neues Motorrad, das mit der VJ22/RS250 nichts zu tun hat. Auch hier gilt wieder, es gibt kaum Infos, die Dinger gab es offiziell nie in Europa und die Suche ähnelt der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.


Definitiv komplett anders, als die VJ22


                                               

Was bleibt über, wieder mal die Yamaha Clique! Kurz im Überblick:

vlnr: 2MA, 3MA, 3XV

Für die 2MA gibt es noch so gut wie alles an Ersatzteilen, volumenmäßig das größte Modell. Nun zu meinem präferierten Gerät, die 3MA! Gedrehte Zylinder, einen der ersten Deltabox Rahmen, großteils Baugleich zur TZR 125 4DL und auch zur SZR660 und ein recht modernes Erscheinungsbild - gefällt mir! Die einzige Sache ist, dass die Yamaha nur von ´89-´90 gebaut wurde, ab 1991 kam schon die 3XV mit V2, statt Reihenmotor und dergleichen. Ersatzteile sind für die 3MA und 3XV auch kaum zu bekommen, selbst Yamaha hat wohl nichts mehr im Lager, zudem kam die 3MA ebenfalls nie offiziell nach Europa bzw. Deutschland. Die Preise schnellen auch extrem in die Höhe, eine 3XV sollte mittlerweile um die 9000€ kosten, Mitte der 90er wurden viele Ladenhüter für um die 10.000 DM verramscht, weil sie keiner wollte. Nur mal so viel zum Thema, wie überteuert der Kram mittlerweile ist.


Auch hier sagt der Zweitaktkreis: E-Teilfrage seeeehr schwierig und die Preise stehen in keiner Relation zum gebotenen Fahrzeug.














Also, die exotische Budgetlösung anstreben! Man nehme ein Cagiva Mito 125 Chassis und ein Yamaha RD 350 LC YPVS oder Banshee Motor, kombiniere alles und heraus kommt sowas:




Es gibt alles fertig als Kit zu erwerben, drum habe ich schon Kontakt zu dem Hersteller der Umbausachen aufgenommen und zu einem Ducatihändler, der selber Rahmen für die TT F1 750 herstellt, die zulassungsfähig sind, denn wenn dann sollte das Fahrzeug eben auf der Straße betrieben werden. Der bisherige Kommentar schien interessiert an solch einem Umbau zu sein; mal sehen, was dabei noch rum kommt.
Preislich wird die Sache noch interessant. Eine Mito kostet zwischen 400-1500€, der RD/Banshee Motor variiert recht stark, dazu ~200€ beim Umbaukit (sofern man ihn denn definitiv braucht und nicht lieber selber macht) und alle Abnahmekosten. Rein vom Preisschild her also immer noch gut unter dem Preis einer TZR, für die man nichts mehr bekommt, wenn mal etwas kaputt geht. Für den "ollen" RD Motor gibt es selbst heute noch alles; verschiedene Kurbelwellen, diverse Zylinder mit verschiedenen Hubräumen und Steuerzeiten und sogar gefräste Gehäuse mit unterschiedlichen Kurbelwellenlageroptionen, wenn man denn komplett durchdrehen will.


                                 
Hier die anscheinend modifizierte Aufnahme am Rahmen. Ist jetzt nicht sooooo viel Arbeit.













mit gedrehten Zylindern, top!
Was dem Prüfer nicht schmecken könnte, wären eventuell anfallenden Schweißarbeiten am Rahmen - ggf. kriegt man das auch geschraubt hin??? - sowie die Frage nach der Lautstärke und den Abgaswerten. Ebenso könnte er Bedenken haben, einen 350ccm Motor mit um die 45-60PS in ein 125er Chassis zu stecken, auch wenn es Menschen im Ausland gibt, die sogar 500er 2t RG500 Motoren dort hineinpferchen oder eben im Supermonobereich das Chassis verwenden.





Das wär es...nur halt mit Kennzeichen :-)




Naja, mal sehen. Ein Kumpel meinte schon "wieso keine 916/748 nehmen?"...hat er nicht unrecht, das Stahlchassis würde vieles vereinfachen, es gäbe einen 110PS Eintrag im Schein, was die Thematik "großer Motor in kleinem Chassis" etwas abschwächt und der Markt gibt ja auch genug Material her. Abwarten....